Um kein anderes Pferd ranken sich soviele Mythen wie um den „Trinker der Lüfte“, der für viele den Inbegriff von vollkommener Schönheit, Adel und Klugheit darstellt. Gezüchtet wird in Deutschland in drei verschiedenen Kategorien:
Vollblutaraber, Shagya-Araber und Anglo-Araber.
Der Vollblutaraber ist das „reine“ von den Beduinen der Wüste seit eineinhalb Jahrtausenden gezüchtete schnelle, genügsame Kriegspferd, das außerordentlich menschenbezogen ist. Seine besondere Stärke liegt noch heute bei Distanzritten.
Der Shagya-Araber steht in größerem Rahmen als der nur bis 158 Zentimeter hohe Vollblutaraber. Er basiert auf der Veredelung osteuropäischer Landrassen mit Orientalen, die vornehmlich in dem ungarischen K.u.K.-Gestüt Babolna erfolgte.
Der Anglo-Araber ist ursprünglich eine Kreuzung zwischen dem harten, anspruchslosen Kriegspferd aus Arabien und dem auf Rennleistung gezogenen Englischen Vollblut. Ziel dieser Kreuzung ist ein Allround-Leistungspferd, früher für die Kavallerie, heute für den Sport.
Hochzuchtgebiete des Anglo-Arabers sind Frankreich und Polen. Bekanntestes anglo-arabisches Sportpferd war der Schimmel Rex the Robber (Alwin Schockemöhle).
Als Vererber hat der 1937 in Polen geborene Ramzes die gesamte deutsche Sportpferdezucht beeinflußt. Anglo-Araber werden heute in fast allen Zuchtgebieten zur Veredelung eingesetzt. Was Ramzes für Westfalen war, stellt Kurde in Hannover, Burnus bei den Trakehnern und Inschallah in Oldenburg dar.
Autor: René A. Da Rin, Erstellt: 26.07.2005, Aktualisiert: 26.07.2005
Die internationale Blütezeit des Arabischen Pferdes beginnt mit den islamischen Glaubenskriegen, durch die diese Pferde nach Europa, insbesondere in den spanischen und südfranzösischen Raum, gelangten.
Weitere Einflüsse sind auf die Kreuzzüge bis ins 13. Jahrhundert hinein zurückzuführen. Auf diese Weise gewann der Araber bereits wesentlich früher als durch gezielte friedliche Importe einen Einfluß auf die europäischen Rassen, nicht zuletzt auf die Rasse des Englischen Vollblüters.
Salon OX & Padron OX
Das arabische Vollblutpferd das einen großen Einfluß auf die Entwicklung fast aller Pferderassen einschließlich des englischen Vollblutpferdes ausgeübt hat, ist der Erhalter der Härte, der Ausdauer, der Genügsamkeit, der Langlebigkeit, der Leichtfutterigkeit und Anpassungsfähigkeit, der Fruchtbarkeit und Intelligenz.
Das erste Auftreten des arabischen Vollblutpferdes ist nicht bekannt.
Sicher ist, daß Mohammed nicht erst der Gründer, sondern der große Förderer dieser schon lange vor seiner Zeit bestehenden Rasse war.
Enge Verknüpfung des Pferdes mit der Religion durch Mohammed machte das Pferd zum Freund und Kriegskameraden des Menschen. Die Leistung bildet das Fundament der Zucht
Die 5 härtesten und anspruchslosesten Stuten, welche die Flucht von Mekka nach Medina mitmachten, sollen die Stammütter der Araber geworden sein.
Der Prophet Mohammed soll damals über 100 Stuten mehrere Tage ohne Wasser in Sicht eines murmelnden Baches eingepfercht haben. Als sie endlich freigelassen wurden und nach dem ersehnten Wasser galoppierten, ließ der Prophet durch seinen Trompeter das Signal zum Sammeln blasen.
Während alle Pferde weiterliefen, sonderten sich 5 von ihnen ab. Ohne ihren Durst gelöscht zu haben, kämpften sie sich aus der wirbelnden Pferdeherde heraus und kehrten todesmatt, aber fröhlich wiehernd und gehorsam zu dem Propheten auf dem Sammelplatz zurück. Diese Stuten wurden die ,,Fünf des Propheten" genannt, von denen eine "Saqlawiah", eine andere "Kuhaylah" hießen und die Stammstuten der Araberzucht darstellten.
Diese in gleicher oder ähnlicher Form in der islamischen Literatur immer wieder auftauchende Erzählung zeigt die Rolle, welche die Leistung in der Zucht des Arabers spielt. Ausdauer und Schnelligkeit, Härte und Genügsamkeit, sowie ein erstaunliches Regenerationsvermögen werden in schwierigstem Gelände auf Raids von Hunderten von Kilometern einer kaum zu überbietenden Prüfung unterzogen. Was den hohen Anforderungen nicht genügt, wird erbarmungslos ausgemerzt Neben diese Selektion tritt die natürliche Zuchtwahl durch die harten Lebensbedingungen Arabiens, die über ein Drittel aller Pferde das Zuchtalter nicht erreichen läßt Diese unerbittliche Auslese, die durch keine künstliche Selektion in unserem milden Klima ersetzt werden kann, erfolgte ununterbrochen durch Jahrhunderte, sie ergab den hohen Standard der arabischen Vollblutzucht Das arabische Vollblutpferd als Träger und Erhalter der Erbgesundheit ist in Verbindung mit seiner nicht zu übertreffenden Schönheit neben dem englischen Vollblutpferd als Regenerator für alle Pferdezuchten unentbehrlich. Es soll ihnen seine Anspruchslosigkeit, seine Widerstandsfähigkeit, sein gutes Temperament, seine Intelligenz, seine physiologische Leistungsfähigkeit, den harmonischen Körperbau und das natürliche Gleichgewicht erhalten bzw. weitergeben.
Hadban Enzahi OXUnter arabischem Vollblut sind jedoch nur solche Pferde zu verstehen, die stets innerhalb der auf einen Urstamm zurückgehenden Linien und Familien gezüchtet sind. Der Beduine hält sein Pferd seit langen Zeiten für so überragend, daß er jede Kreuzung mit einer anderen Rasse ablehnt Die stete Reinzucht innerhalb einer zahlenmäßig begrenzten Rasse mußte zu weitgehender Inzucht führen. Inzuchtschäden konnten durch die scharfe Selektion nicht in Erscheinung treten. Pferde mit Anlagen zu mangelnder Erbgesundheit wurden durch die enge Verbindung von Inzucht und Selektion ausgemerzt Die dem Vollblutaraber eigene wertvolle Inzuchtresistenz würde durch jede Einmischung von Fremdblut zerstört werden.
Der arabische Vollblut soll eine Widerristhöhe von 147,3-149,8 bzw. 153 cm Stockmaß haben.
Das Gewicht des ausgewachsenen Vollblutarabers beträgt ca. 400-450 kg.
Er soll neben höchstem Adel und Harmonie einen schön getragenen Kopf und Schweif, kräftige Muskeln, bedeutende Gelenke - der Vordermittelfuß soll nicht stärker als 19,1 cm sein -, glasklare und trockene Sehnen besitzen.
Gharib OXDer Beduine beurteilt das Exterieur eines Pferdes nach seinem Kopf.
Er soll folgende Merkmale zeigen:
1.ein oben breiter, nach unten sich verjüngender kurzer Gazellenkopf
2.eine schildförmige, hohe ausdrucksreiche Stirn
3.einen zwischen den Ganaschen breiten Kopf
4.einen Nasenrücken, der konkav eingebogen ist
5.große, weit offene, stark erweiterungsfähige Nüstern mit lebhaften Bewegungen, dreieckiger anstatt runder oder zweieckiger Umriß der Nüstern oder Lippenpartie.
6.die Unterlippe soll kürzer als die Oberlippe sein.
Der schöne Kopf soll ein großes, beim Hengst kühnes, bei der Stute sanftes Auge zeigen. Ramsköpfe, abfallende Kruppen, grobe kräftige Knochen sowie schwere Hälse und Schultern findet man öfter in Nordafrika, sie deuten auf Beimischung von Berberblut. In diesem Gebiet steht die Zucht nicht auf der gleichen Höhe wie in Arabien. Das arabische Vollblutpferd ist im Vergleich zum englischen VolIblut und unseren Warmblutrassen verhältnismäßig kurz. Die Lendenpartie soll nur 5-6 Lendenwirbel aufweisen (Warmblut 6, Kaltblut 6-7), die Zab, der Schweifwirbel, soll ebenfalls geringer sein, sie soll beim Vollblutaraber 16, beim Warmblut- und Kaltblutpferd 16-20 betragen. Der raumgreifende Schritt und der schwungvolle lange Galopp sind die beiden Gangarten, an die der Beduine als Nomade von jeher hohe Anforderungen stellen musste.
Der Araber zeichnet sich nicht - wie das englische Vollblut - durch Schnelligkeit über kurze Distanzen aus. Seine Stärke sind Ausdauer, Widerstandsfähigkeit und ein schnelles Regenerationsvermögen nach großen Anstrengungen. Der heutige Vollblutaraber stellt keinen einheitlichen Typ dar. Im Laufe der Zeiten haben sich einzelne Stämme gebildet, innerhalb derer sich mehrere Typen herausschälten. In der arabischen Pferdezucht ist in den Hochzuchtgebieten Zentralarabiens, zumindest seit Mohammeds Wirken, stets Reinzucht getrieben worden. Die Zucht war in diesen Gebieten in einzelne Stämme und Familien gegliedert, die durch Stuten gegründet wurden, die sich durch besondere Leistungen, z.B. Ausdauer, Orientierungssinn oder Kampfesmut, ausgezeichnet hatten. Diese Stuten gaben Stämmen und Familien sowie ihren Nachkommen nicht nur den Namen, sondern auch - bedingt durch die ständige Inzucht - einen bestimmten Typ, d.h. mit gewissen Merkmalen am Kopf, im Bau und im Charakter.
Die wichtigsten Hauptstämme des arabischen Pferdes sind nach Raswan:
1.Kuhaylan, der maskuline Urtyp, das ausdauernde, kraftvolle Kriegs- und Sattelpferd.
Zu dieser Gruppe zählen die Stämme:
Kuhailan, Hamdani, Hadban, Shuwayman, Wadnan.
2.Saqiawi, der schönste Araber, sehr elegant mit stark femininem Ausdruck, mit feinem, stahlhartem Gepräge.
Zu dieser Gruppe zählen:
Saklawi, Ubayyan, Dahman, Milwah, Muwajj, Rishan, Tuwaysan.
3.Mu'rnqi, ein schnelles Rennpferd mit langem, schmalem Kopf, mit geradem Profil, langem Hals, langem und schmalem Körper, tiefer und abfallender Schweifwurzel und relativ geraden Hinterbeinen.
Zu dieser Gruppe zählen:
Munighi, Jilfan, Kubayschan, Mukahallad, Rabdan, Sadan, Samhan.
Die klassischen Typen des arabischen Vollblutpferdes sind Kuhaylan und Saqlawi, mit ihnen sollte man niemals Mu'niqi paaren.
Der edelste Araber wurde im Nedjed, einer Hochebene im Inneren der arabischen Wüste gezogen.
Die Beduinen und die seßhaften Araber im Nedjed haben früher die Kenntnis über die Abstammung ihrer Pferde stets mündlich von Generation zu Generation weitergegeben. Erst in neuester Zeit werden insbesondere bei Verkäufen ins Ausland schriftliche Abstammungsnachweise ausgestellt.
Zu den wertvollsten Arabern gehören:
1.Die Asilaraber (in den USA ,,Blue Star Araber" benannt).
Zu ihnen gehören nach Raswan:
a)der klassische Wüstenaraber aus den Stämmen Kuhaylan/Saqlawi und ihren verwandten Stämmen aus Beduinenzucht der Arabischen Halbinsel ohne Muniqi- oder Muniqi verwandtem Blut
b)Muniqi-Stammesrein gezogen. Der Wert dieses Stammes liegt nach Raswan in seiner Blutreinheit, da er, innerhalb der Muniqistämme gepaart, stets typische, harmonische Nachkommen liefert.
Der Bestand an Asilarabern soll auf der gesamten Halbinsel Arabiens etwa 300, in der übrigen Welt etwa 70 Pferde betragen.
2.Arabisches Reinblut
Die Araber, deren Ahnentafeln aus den drei obengenannten reinen oder deren verwandten Stämmen bestehen. Ihre Zahl beträgt roh geschätzt ca. 12 000.
Mit diesem arabischen Vollblutpferd dürfen die anderen arabischen und orientalischen Pferde die lediglich mit Hengsten dieser Rasse hin und wieder veredelt sind - nicht verwechselt werden. Das wirklich wertvolle und höchste Qualität darstellende Vollblutpferd ist nicht einfach zu erkennen, wie die Einführen von arabischen Hengsten und Stuten nach Europa immer wieder beweisen.
Durch die Ausbreitung des Islam und die Kriegszüge der Araber sowie die Kreuzzüge fand das arabische Pferd Verbreitung über Amerika und Europa. Die politischen Umwälzungen der letzten Jahre sowie die Auswirkungen des Reichtums durch die Ausbeutung der Ölvorkommen in Persien, Arabien und anderen Ländern des Mittleren Ostens haben die Zucht des Vollblutarabers in den Wüstengebieten stark beeinflußt Die Beduinen -denen die Masse des Zuchtmaterials gehört - haben viele Absatzmärkte verloren, seitdem der Motor das Reitpferd an vielen Stellen als Fortbewegungsmittel ersetzt hat. Die Zucht wurde daher drastisch eingeschränkt Viele Beduinenzüchter töten alle oder fast alle Hengstfohlen nach der Geburt, da es nicht mehr möglich ist, sie als Drei- oder Vierjährige für einen annehmbaren Preis zu verkaufen. Die noch vorhandenen reinen Restbestände des Vollblutarabers zu erhalten, ist daher von größter Wichtigkeit für die Araberzucht in der ganzen Welt.
Gute Araber werden heute in Ägypten, England, den USA, Holland und Polen sowie der Tschechoslowakei, Ungarn und der UdSSR gezogen.
Die meisten dieser Pferde, die den reinblütigen Arabern mehr oder weniger ähnlich sind - viele sind typlos und zu groß -unterscheiden sich durch die Zuführung von Fremdblut genetisch vom Vollblutaraber.
Nach den wertvollen Forschungen von Ursula Guttmann stellt z.B. der polnische Araber eine selbständige europäische Rasse dar. Es sind gesunde, bildhübsche, dem Araber ähnliche Pferde, die sich der polnischen Umwelt angepaßt haben.
In Deutschland wurde der Araber besonders erfolgreich in der hannoverschen, holsteinischen und ostfriesischen Warmblutzucht verwandt. Nach dem Verlust der kleinen Araberherde in Trakehnen besitzen wir neben den kleineren Privatzuchten einiger passionierter Araberfreunde in dem 1573 gegründeten wurttembergischen Hauptgestüt Marbach, die letzte Pflegestätte des arabischen Pferdes. Als Beginn der Araberzucht in Deutschland kann das Jahr 1810 mit der Gründung des Gestütes Weil im Neckartal durch den späteren König Wilhelm 1. von Württemberg angesehen werden. Wenngleich das Gestüt 1932 aufgegeben werden mußte, so fanden die Zuchtpferde doch eine neue Heimat im Haupt- und Landgestüt Marbach a.L. Hier haben die Reste der früher im Gestüt Weil beheimateten Araberherde eine neue Heimat gefünden. Diese Pferde gehen mütterlicherseits auf Originalaraber zurück, die 1817 durch König Wilhelm I. - den Begründer von Weil - eingeführt wurden. Dieses wertvolle Blut zu erhalten, ist die große und schöne Aufgabe, die Marbach gestellt ist.
Die Zucht des Arabischen Vollbluts, des Arabers und des Anglo-Arabers wird in der BRD Deutschland durch zwei Verbände betreut: die im Jahre 1949 gegründete "Gesellschaft der Züchter und Freunde des arabischen Pferdes" und das im Jahre 1970 gegründete "Araber-Stutbuch von Deutschland eV.". Zur Zeit gibt es in Deutschland im Verband der Züchter des Arabischen Pferdes 420 Hengste und 1528 Stuten.
Es werden hier folgende Pferde gezüchtet:
Arabisches Vollblut (AV)
Der Arabische Vollblüter wird in einer Pedigreezucht gezüchtet.
Zuchtziel ist der Typ des Wüstenarabers mit allen entsprechenden Exterieur- und Leistungsmerkmalen sowie Reiteigenschaften.
Eingetragen werden nur dreijährige und ältere Stuten, die von im In- und Ausland durch die jeweiligen Stutbücher anerkannten Arabervollblütern abstammen. Stuten, die im Typ mit 5 oder 6 zu bewerten sind, können in der Abteilung Arabisches Vollblut nicht eingetragen werden. Die als AV eingetragene Stuten können im Abstammungsnachweis mit der Bezeichnung ox gekennzeichnet werden. Diese Regelung gilt vorbehaltlich einer endgültigen internationalen Absprache.
Bevorzugt wird der klassische Typ des von den Beduinen gezüchteten Wüstenarabers:
kleiner Hechtkopf mit eingesenktem Nasenrücken, kleine Maul- und breite Stirnpartie, weit hervortretende, ausdrucksvolle Augen, feingeformte Ohren,
Stockmaß zwischen 145 und 158cm.
Araber (A)
Zuchtziel ist eine Kombination von gutem Araberrassetyp und günstigen Reitpferdeeigenschaften. Der Rahmen soll größer als beim Vollblutaraber sein.
Eingetragen werden dreijährige und ältere Stuten, die nachweislich fünf Generationen AV- oder A-Abstammung haben. Stuten, die im Typ und im Exterieur mit 5 oder 6 zu bewerten sind, können nicht eingetragen werden. Für Fohlen von Stuten, die den Eintragungsbedingungen nicht entsprechen, können weiße Deck- und Geburtsscheine ausgestellt werden, wenn der Besitzer der Stute außerordentliches Mitglied des Araberstutbuches ist und der Vater des Fohlens ein im Hengstbuch eingetragener bzw. anerkannter Araber oder Arabervollbluthengst ist Die Stute muß in diesem Fall im Exterieur dem Zuchtziel entsprechen.
Das Zuchtziel ist auf ein Pferd in größerem Rahmen ausgerichtet, das die arabischen Points klar erkennen läßt.
Anglo-Araber (AA)
Zuchtziel ist ein edles und leistungsfähiges anglo-arabisches Reitpferd, das in gleicher Weise durch arabisches Vollblut sowie durch englisches Vollblut in seinen Eigenschaften geprägt ist. Eingetragen werden dreijährige und ältere Stuten, die in fünf Generationen nachgewiesener Abstammung auf AV und A sowie auf englisches Voll-blut zurückgehen. Der Abstammungsnachweis muß sowohl ox- als auch xx-Komponenten enthalten. Der ox-Anteil im Abstammungsnachweis soll nicht weniger als 25 % betragen. Englische Vollblutstuten, die vom Araberhengst gedeckt und zur Anglo-Araberzucht genutzt werden, können ebenfalls eingetragen werden. Mit dem Zeichen x dürfen nur Stuten gekennzeichnet werden, die zu 100 Prozent von ox- und xx-Vorfahren abstammen.
Die Farbe der Scheine ist bei arabischem Vollblut grün, bei Arabern rot und bei Anglo-Arabern blau.Der Anglo-Araber soll die Vorzüge beider Ausgangsrassen, die des Englischen Vollblüters und die des Arabers, in sich vereinigen. Der Anteil jeder Ausgangsrasse darf 25 Prozent nicht unterschreiten.
Anglo-Arabisches Halbblut (AAH)
Der Anglo-Arabische Halbblüter darf zusätzlich maximal 25 Prozent Gene fremder Rassen führen.
Partbred (V)
Diese Abteilung entspricht dem Vorbuch.
Die Arbeit der deutschen Araberzüchter soll mit dazu beitragen, daß diese Quelle der Urkraft und Schönheit unserer Pferde nicht versiegt. Der Araber ist ein ausgesprochen spätreifes, daher auch langlebiges Pferd. Er ist verhältnismäßig billig zu halten, da er keine hohen Futteransprüche stellt. Seine Hufe sind hart und seine Beine widerstandsfähiger gegen Knochen- und Sehnenschäden als bei anderen Großpferderassen. Er erträgt große Anstrengungen und erholt sich schnell. Der Araber ist klug und gelehrig, er ist leicht einzureiten und geht freudig unter dem Sattel. Es gibt Araber in fast allen Farben.
Am verbreitetsten sind Schimmel, ihnen folgen die Braunen, ein geringerer Prozentsatz Füchse und nur wenige Rappen, die von den Beduinen geringer eingeschätzt werden.
Der Anglo-Araber spielt in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle, dagegen eine um so größere in Frankreich, wo er neben Vollblut, Trabern, Warm-und Kaltblut eine besondere Rassengruppe darstellt Der Anglo-Araber entstand um 1840 aus einer direkten Kreuzung von Stammvätern des englischen Vollblutes mit Stammvätern des arabischen Vollblüters. Diese Kreuzungen werden seitdem fortgesetzt, daneben werden die Anglo-Araber untereinander gepaart.
Pferde des Midi (Frankreich: Südwesten und Limousin), die aus einer Kreuzung von bodenständigen alten Stämmen mit arabischen, anglo-arabischen und englischen Hengsten entstanden sind, werden seit 1914 als ,,demi-sang anglo arabe" bezeichnet.
Die ,,pur sang" und die ,,demi-sang anglo arabe" müssen wenigstens 25 Prozent arabisches Blut führen.
1942 wurde eine teilweise Vereinigung des ,,pur sang und des ,,demi-sang anglo arabe" vorgenommen, letztere wurden in das ,,Stud-Book Francais Abteilung Anglo-Arabe" aufgenommen.
Seit 1945 ist das anglo-arabische Gestütbuch geschlossen. Es dürfen nur noch Pferde als Anglo-Araber bezeichnet werden, die in diesem Gestütbuch eingetragen sind.
Die Pferde, die nicht 25 Prozent Araber-Blut führen und unter ihren Verwandten Anglo-Normannen oder andere Halbblutpferde besitzen, werden seitdem als ,,cheval de selle francais" bezeichnet (Ministere de l'Agriculture - Paris).
Arabereinsatz in Niedersachsen für den Hannoveraner:
Auch der arabische Blutanteil des hannoverschen Hengstbestandes wurde nicht ganz vernachlässigt, obwohl diese Spezialrasse durch das geringe Größenwachstum, das die erste Kreuzungsgeneration vorwiegend mitbekam, in puncto Absatz Enttäuschungen brachte.
Die Landbeschäler
Jason ox v. Jasir
Shagya XXI und XXII
Kurde x v. Koheylan ox
Hassan v. Hazard ox
Czardas v. Gazal VII
haben insbesondere durch ihre Töchter in der Zeit seit 1948 viele der gewünschten Eigenschaften des arabischen Pferdes in das Konto der Gesamtzucht eingebracht.
Die im Vorstehenden geschilderten Aktivitäten des Landgestüts auf dem Gebiet des Ankaufs von Vatertieren zur Schaffung, Verbesserung und Bewahrung der Reitpferdeeigenschaften des Hannoveraners in seinen verschiedenen Zuchtregionen wären kaum so wirksam geworden, wenn nicht gleichzeitig die Zuchtleitung in Hannover, in der die Leiter des Landgestüts ein gewichtiges Wort mitzusprechen haben, durch Selektion des vorhandenen Stutenbestandes auf Reitqualitäten anläßlich der alljährlichen Stutenschauen den Weg der Veredelung kräftig vorangetrieben hätte.
Ebenso wie in Niedersachen fand der Araber auch in andern Zuchtgebiteten seine wichtige Verwendung als Veredler der vorhandenen Warmblutstämme.
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